
Vielleicht ist der altmeisterliche Begriff des Tafelbildes eine passende Bezeichnung. Auch andere Details erinnern an die dichte Umsetzung in historischen Bildern. Matijević trägt Schicht für Schicht seine Farben auf. Ein zeitintensiver Vorgang, der in den Bildern auch erahnbar ist. In zahlreichen Arbeitsgängen werden die Farbschichten dann wieder abgenommen, herunter geschliffen, legen die Untergründe und vielleicht die Urgründe wieder frei. Wie ein Archäologe arbeitet sich Matijević durch seine selber aufgelegten Schichten wieder zurück und bindet so die erstaunliche Parallelität von Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit in seine Werke mit ein.
Und schließlich fallen die kleinen runden Farbstrukturen auf, die sich bei näherer Betrachtung als eingearbeitete Buntstifte erweisen und die ein lineares und geordnetes Raster in das Bild hineinbringen.
Diese Stifte sind zu einer Art Markenzeichen für die Arbeiten Matijevićs geworden, sie haben einen hohen Wiedererkennungswert, was auch bis heute durchaus ein Qualitätsmerkmal von Kunst ist.
Text: Dr. Christine Vogt, Direktorin Ludwig Galerie, Schloss Oberhausen
Vita

1968
geboren in Maglaj, Bosnien und Herzegowina
1986-1990
Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Sarajevo Diplom in Malerei und Kunstwissenschaften – Staatsexamen
seit 1998 freischaffender Künstler in Moers
2015
Auszeichnung Grand Prix, Biennale der Miniatur,
Tuzla, Bosnien-Herzegowina
Aktuelles
25 Künstler aus 25 Jahren
11. Januar 2026 – 25. Januar 2026
[kunstraumno.10]
Andreas Beumers M.A.
Dr. Judith Dahmen-Beumers
Matthiasstr. 10
41063 Mönchengladbach
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Lebensbaum Projekt
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